Entourage Kollegen berichten. Aus dem Home Office.

Der Coronavirus trennt. Vom Arbeitsplatz. Von Kollegen. Es vernetzt aber auch. Und eröffnet neue Perspektiven.

Der Coronavirus trennt. Vom Arbeitsplatz. Von Kollegen. Es vernetzt aber auch. Und eröffnet neue Perspektiven.

In den vergangenen Wochen bestehen in Deutschland Ausgangsbeschränkungen. Viele Menschen arbeiten seither von zuhause aus. Kollegen, die sich früher jeden Tag gesehen, zusammen Kaffee getrunken und gemeinsam in Meetings gesessen haben, hören sich jetzt nur noch über Telefon oder sehen sich in Videochats. Alle wissen, dass diese Maßnahmen notwendig sind, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Und haben sich ein eigenes kleines Büro in ihren eigenen vier Wänden eingerichtet.

Wir haben sechs unterschiedliche Berichte von Kollegen aus dem Home Office für euch zusammengestellt, die wir mit euch teilen möchten.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich in meinem Alter noch einmal Stubenarrest kriegen würde …“

Diesen Satz hat mir meine Patentante aus Kiel geschickt. Sie wurde dieses Jahr 70 Jahre und sitzt nun in Schleswig-Holstein fest, da dort nicht nur Kontaktsperre, sondern auch Ein-/Ausreisesperre ist. Ihr Enkel wohnt am nördlichen Rand von Hamburg. Doch sie nimmt es positiv und hält über WhatsApp und Handy Kontakt.
Ich befinde mich in Frankfurt in der dritten Woche Home Office. Meine Aufgaben als Project Consultant machen es zum Glück möglich, dass ich aus meiner 1-Zimmer-Bleibe arbeiten kann. Vor der Kontaktsperre habe ich mir von zu Hause (Hameln, wo auch meine Eltern und meine 99-jährige Oma wohnen) einen Bildschirm und einen Drucker mitgebracht, so dass ich besser am Küchentisch arbeiten kann. Dieser Tisch hat nun eine Zweiteilung erfahren: Eine Hälfte ist Arbeitsplatz, die andere Hälfte ist Essplatz. Somit ist auch eine Trennung zwischen Privat und Beruf besser möglich.
Mein Kontakt zur Außenwelt beschränkt sich auf Einkaufen und Telefonieren bzw. Nachrichten über diverse Apps. Neben den beruflichen Kontakten, die dafür sorgen, dass der Geist Nahrung bekommt, sind es vor allem die persönlichen Kontakte (aus der Ferne) – Familie, Freunde, neue und alte Kollegen – die auch die Seele nicht verkümmern lassen.
Das Wort ENTOURAGE bekommt eine ganz aktuelle Bedeutung!

Herzliche Grüße aus Frankfurt,
Kirsten Brandhorst, Project Consultant

Büro und Spielplatz unter einem Dach.

Durch meine Flexibilität im Job kann ich mir die Zeiten gut mit meinem Mann einteilen, so dass die Betreuung unserer Tochter immer gewährleistet ist. Es ist mit Sicherheit nicht einfach, wenn wieder einmal eine Telefonkonferenz von meinem Mann länger geht als geplant, aber im Großen und Ganzen ist es schön, dass ich keine starren Arbeitszeiten habe und ich mir als Recruiterin die Zeit gut einteilen kann. Ich genieße, es unsere Tochter aufwachsen zu sehen und zu beobachten, wie sie jeden Tag neue Fortschritte macht. Mit knapp 2 Jahren lernen die Kinder unglaublich viel und lassen sich schnell begeistern. Dafür muss man sich natürlich auch immer überlegen, was man in der Ausgangsbeschränkung in seinen 4 Wänden alles machen kann, damit die nötige Abwechslung aus Spielen, Kneten, Malen und Bücher lesen besteht.
Der große Vorteil, den ich sehe, ist auf jeden Fall mehr Zeit vor allem bewusster mit der Familie zu verbringen, dabei aber nicht den Fokus für die Arbeitsdinge zu verlieren.

Liebe Grüße aus München,
Christina Schwenker, Research Consultant

Wenn das ganze Jahr Pandemie wäre …

… hätte ich vermutlich nicht viel davon mitbekommen. Ich bin HomeOffice-Veteran. Das Gefühl im Büro eingesperrt zu sein ist Alltagsroutine. Meine Notfallversorgung ist ganzjährig gesichert. Für ausreichend Kaffee ist gesorgt. Meine häusliche Kantine serviert Dosensuppe als Grundnahrungsmittel. Der Reflex, zusätzlich Toilettenpapier oder Spaghetti in das Notfallkonzept aufzunehmen, ist schon lange abtrainiert.
Die häusliche Arbeitsumgebung ist auf dem aktuellen Stand der Technik. Das Prinzip, mich Partnern und Kollegen, auch von zu Hause aus, adrett gekleidet zu begegnen, muss nicht neu etabliert werden. Vor allem hilft es auch dabei, den Arbeitstag vom Feierabend abzugrenzen. Wenn, ja wenn da nicht plötzlich die lieben Mitbewohner wären, die das auf Funktion getrimmte Office zu gänzlich ungewohnten Tageszeiten zum Großraumbüro umfunktionieren. Aber auch das habe ich mit einem sachgemäßen Office-Onboarding des Ehepartners gemeistert. Spätestens jetzt merke ich, dass sich die Welt da draußen etwas verändert hat. Wenn schon die Übertragung von Gesten und Mimiken im täglichen Miteinander wegfallen, kommt es nun besonders darauf an, die Kommunikation und den formalen Austausch etwas menschlicher zu gestalten.
In meiner persönlichen Zwischenbilanz freue ich mich über die Tatsache, dass ich gerade in diesen Zeiten schnell auf Informationen zurückgreifen kann und die technischen Kommunikationskanäle gut zusammenwirken. Der Austausch mit Kunden, Partnern und Lieferanten läuft überraschend gut. Ich hoffe, dass uns die Erfahrungen, die wir jetzt alle gemeinsam sammeln, die richtigen Erkenntnisse und Entscheidungen für die Zukunft bringen mögen. Die Schwachstellen, die wir jetzt noch, oder immer noch sehen, sollten uns Wegweiser für die Zukunft sein und uns als Berater bei unseren Entscheidungen zur Seite stehen. Ich wünsche allen, mehr oder weniger, in der Einsamkeit Verharrenden da draußen, alles Gute, viel Gesundheit und eine angemessene Balance zwischen Home und Office. Nutzt die Gelegenheit die Chancen aus dieser Situation zu erkennen und vorausschauend umzusetzen.

Freudige Grüße aus Marburg,
Knut Schwarz, Management Consultant

“My home is my castle.”

Home-Office-Arbeiten erlauben prinzipiell einen frühen Start in das Arbeitsleben, da keine Wegstrecken zum Office zurückgelegt werden müssen, d.h. es erlaubt ein erstes E-Mail- Screening in den frühen Morgenstunden, und auch antworten zu diesen E-Mails (wenn gefordert) zu geben. Dass meine Tochter erwachsen und bereits aus dem Haus ist, erleichtert den Arbeits-Alltag ungemein. Dokumentenarbeiten, z.B Auditberichte oder sonstige, spezifische interne und externe Projekt-spezifische Dokumente können mit ungestörter Konzentration und mit Fokus optimal – und im Vergleich zum Büro, wo die Ablenkung durch Mitarbeiter groß ist – schneller und effizienter durchgeführt und bearbeitet werden. Tele-Konferenzen können bequem terminiert und auch ungestört durchgeführt werden, wobei ein großer „Slot“ von 10 Stunden am Tag zur Verfügung steht. Daher hat die derzeitige „Coronavirus-Krise“ auch seine guten Seiten.

Liebe Grüße aus Freiburg,
Dr. Ralf Hess, Principal Project Consultant

Ohne Kollegen schmeckt das Feierabendbier nicht halb so gut.

Wenn man wie ich die unpünktliche Münchner U-Bahn gewohnt ist, freut man sich natürlich, wenn man sich die am Morgen gleich sparen kann, weil man sich ja sowieso schon am Arbeitsplatz befindet. Gleichzeitig ist es wichtig für mich, meine Routine trotzdem beizubehalten. Ich stehe täglich zur selben Zeit auf, trinke um 9 Uhr meinen ersten Kaffee und esse gegen 12:30 Uhr zu Mittag.
Die fehlenden Kollegen machen es oft leichter, sich auf bestimmten Themen zu konzentrieren, da die Ablenkung wegfällt (die natürlich auch manchmal mit Spaß verbunden sind). Dadurch dass wir jeden Morgen einen Teamcall haben, sieht man zumindest die Gesichter und hört die Stimmen und kann auf diese Weise gemeinsam in den Tag starten. Und was auch toll ist: ich kann ganz ungestört auf meinem Balkon in der Sonne arbeiten.
Was mir eindeutig fehlt, sind die gemeinsamen Mittagspausen. Dort sieht oder spricht man ja auch Kollegen, mit denen man gerade nicht unbedingt zusammenarbeitet. Wir haben es zwar per Video versucht, aber die gemeinsamen Besuche beim Lieblingsitaliener lassen sich so trotzdem nicht ersetzen.
Wenn dann am Nachmittag mal ein Motivationstief einsetzt, ist es oft schwierig, sich alleine wieder daraus zu befreien. Und was mir natürlich fehlt, sind die gemeinsamen Feierabendbiere. Gerade jetzt, da der Frühling kommt und wir im Sonnenuntergang gemeinsam auf der Terrasse sitzen könnten…

Grüße aus München,
Victoria Wessel, Research Consultant

Kundentermine aus Home Office meistern.

In meinem Job waren Reisen und Händeschütteln bis vor kurzem noch alltäglich. Das hat sich jetzt natürlich komplett gedreht. Kundenbesuche können nur noch in Ausnahmefällen geschehen. Anstatt dass ich am Abend in ein fremdes Hotelzimmerbett falle, falle ich nun eben jeden Abend müde in mein eigenes Bett. Das hat natürlich zur Konsequenz, dass ich am Morgen aus meinem Bett direkt an den Schreibtisch falle. Das macht die Tage länger. Und auch intensiver. Fast alles geschieht jetzt online. Mit Kunden tausche ich mich nun fast ausschließlich über Microsoft Teams und per Telefon aus. Wer gedacht hat, dass man zuhause weniger tut und nach dem Mittagessen auf dem Sofa vor dem Fernseher landet, liegt vollkommen falsch. An die Stelle von Reisen und Absprachen vor Ort treten nun Präsentationen, die erstellt werden müssen, um sie dann virtuell zu präsentieren. Arbeitspakete müssen besprochen werden. Ich glaube, mein E-Mail-Eingang war noch nie so voll wie in diesen Wochen.
Etwas Gutes hat die Situation dann doch: Sobald sich die Situation wieder normalisiert hat, werde ich es wieder zu schätzen wissen, durch das Land zu fahren und verschiedene Menschen zu treffen. Dann werde ich abends im Hotel mit einem vollen Feierabendbier und einem leeren E-Mail-Eingang sitzen…

Bis bald da draußen,
Toni Pscherer, Management Consultant

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