Pharma
- Was gilt
- Verordnung (EU) 2022/123 regelt die Engpassüberwachung über die EMA, § 52b AMG die Versorgungs- und Meldepflicht; dazu das ALBVVG.
Wir machen Lieferengpassrisiken früh sichtbar und überführen sie in Maßnahmen: Risikoanalyse, Bestandsstrategie, Zweitquellen-Qualifizierung und Krisenmanagement innerhalb der gesetzlichen Meldepflichten. Was zählt, ist die Vorlaufzeit: Wer eine Unterbrechung erst am fallenden Bestand erkennt, kann keine qualifizierte Zweitquelle mehr anlaufen und landet im Meldefall.
Überblick
Engpassmanagement über Pharma, Biotech, MedTech & IVD · Verordnung (EU) 2022/123, § 52b AMG, Art. 10a MDR (EU) 2017/745 / IVDR (EU) 2017/746
Zuletzt aktualisiert: 18. September 2026
Ein Engpass bei einem GMP-Material, einem Wirkstoff oder einem Zulieferteil wirkt in regulierten Branchen nicht nur auf die Produktion, sondern auf die Patientenversorgung, und er ist meldepflichtig. Anders als in nicht regulierten Branchen lässt sich eine Quelle nicht kurzfristig austauschen.
Branchen
Leistungen
Strukturierte Identifikation kritischer Materialien, Wirkstoffe und Single-Source-Lieferanten anhand von Versorgungsrelevanz, Lead-Time, Substituierbarkeit und Qualifizierungsaufwand. Deliverable: priorisierte Liste der engpassgefährdeten Positionen mit Risikoeinstufung und Vorlaufzeit für Gegenmaßnahmen.
Differenzierte Sicherheitsbestände nach Kritikalität und Haltbarkeit statt pauschaler Quote, kombiniert mit definierten Contingency-Maßnahmen je Risikoposition. Deliverable: Bestands- und Notfallstrategie je Materialklasse mit Auslöseschwellen und hinterlegten Handlungsoptionen.
Aufbau eines Prozesses, der die Meldepflichten nach § 52b AMG und Verordnung (EU) 2022/123 für Arzneimittel sowie nach Art. 10a MDR/IVDR für Medizinprodukte und IVD fristgerecht bedient. Deliverable: dokumentierter Meldeprozess mit Verantwortlichkeiten, Auslösekriterien und Empfängerkreis.
Operative Begleitung im akuten Engpass: Priorisierung der Versorgung, Allokationsentscheidungen, Aktivierung von Zweitquellen und Steuerung der internen wie externen Kommunikation. Deliverable: Krisenplan mit Eskalationspfaden und definierten Allokationsregeln.
Wie wir zusammenarbeiten
Lieferengpässe entstehen im regulierten Umfeld selten plötzlich, aber sie werden zu spät sichtbar. Der eigentliche Auslöser ist nicht die fehlende Menge, sondern die fehlende Vorlaufzeit: Sobald der Bestand fällt, ist die Reihenfolge der Gegenmaßnahmen verloren. Eine alternative Quelle lässt sich in Life Sciences nicht kurzfristig zuschalten, weil sie vor der ersten Lieferung qualifiziert sein muss.
Proaktiv wird Engpassmanagement deshalb erst mit der Kritikalitätsanalyse: Welche Materialien hängen an einer einzigen Quelle, wie lang ist deren Lead-Time, und wie aufwendig wäre eine Umstellung. Erst diese Liste bestimmt, wo eine Zweitquelle vorab qualifiziert und wo differenzierter Sicherheitsbestand gehalten wird, und wo ein pauschaler Bestand bei begrenzter Haltbarkeit nur Kapital bindet und Abschreibung erzeugt.
Die zweite Logik ist die der Meldepflicht. Ein Engpass ist in regulierten Branchen kein internes Problem, sondern ein Vorgang mit gesetzlich definierten Empfängern und Fristen.
Für Arzneimittel greifen die Meldepflichten nach § 52b AMG und der Rahmen der Verordnung (EU) 2022/123 mit Überwachung über die European Shortages Monitoring Platform; für Medizinprodukte und IVD verlangt Art. 10a der MDR (EU) 2017/745 und der IVDR (EU) 2017/746 die Vorabinformation an nachgelagerte Akteure, Gesundheitseinrichtungen und die zuständige Behörde.
Wird der Meldeprozess erst im Krisenfall aufgesetzt, entsteht neben dem Engpass selbst ein zweiter Befund. Deshalb gehört der Meldeprozess vorab definiert und an das Risikomanagement angebunden, damit die Allokation dokumentiert, die Ursache adressiert und die Wiederholung unwahrscheinlicher wird.
Unser Vorgehen
Schritt
Ergebnis
Kritikalitäts- & Risikoanalyse
Priorisierte Liste der engpassgefährdeten Materialien und Single-Source-Lieferanten mit Risikoeinstufung und verfügbarer Vorlaufzeit.
Contingency- & Bestandsstrategie
Je Risikoposition definierte Notfallmaßnahmen und differenzierte Sicherheitsbestände, abgestimmt auf Kritikalität und Haltbarkeit.
Zweitquellen qualifizieren
Freigegebene alternative Quellen für die kritischsten Materialien mit vollständiger Qualifizierungsdokumentation.
Meldeprozess verankern
Dokumentierter Meldeprozess für § 52b AMG, Verordnung (EU) 2022/123 und Art. 10a MDR/IVDR mit klaren Auslösekriterien und Verantwortlichkeiten.
Frühwarnung etablieren
Laufendes Monitoring von Lead-Times und Engpasssignalen, das drohende Unterbrechungen erkennt, solange Gegenmaßnahmen möglich sind.
Krisenfall steuern
Im akuten Engpass aktivierte Zweitquelle, priorisierte Allokation und fristgerechte Meldung statt ungeplanter Versorgungslücke.
Typische Stolperfallen
Single-Source-Materialien werden nicht systematisch erfasst.
Wer nicht weiß, welche Position nur eine Quelle hat, plant keine Zweitquelle und steht im Engpassfall ohne qualifizierte Alternative da; die Identifikation der kritischen Materialien ist die Grundlage, ohne die jede Contingency-Planung lückenhaft bleibt.
Die Zweitquelle wird erst im Engpass gesucht.
Im akuten Fall fehlt die Zeit für Qualifizierung und Freigabe; die Zweitquelle gehört vorab aufgebaut, nicht reaktiv im Krisenfall.
Sicherheitsbestand wird pauschal über alle Materialien gelegt.
Bei GMP-Materialien mit begrenzter Haltbarkeit erzeugt ein zu hoher Bestand Abschreibung statt Versorgungssicherheit; der Engpassschutz liegt in Vorlaufzeit und Zweitquelle, nicht in der Lagermenge.
Die Meldepflicht wird unterschätzt.
Für Medizinprodukte und IVD verlangt Art. 10a MDR/IVDR die Vorabinformation deutlich vor der erwarteten Unterbrechung; für Arzneimittel greifen die Meldepflichten nach § 52b AMG und der Rahmen der Verordnung (EU) 2022/123. Eine verspätete Meldung wird zum eigenständigen Compliance-Befund, unabhängig vom Engpass selbst.
Der Engpass wird als rein logistisches Problem behandelt.
Ohne Anbindung an Risikomanagement und Qualität bleibt die Ursache offen, die Allokationsentscheidung undokumentiert und die Wiederholung wahrscheinlich; das Engpassmanagement gehört in das QM-System eingebunden, nicht in eine isolierte Beschaffungsaktion.
Supply Chain & Technical Operations
Im Erstgespräch ordnen wir Ihre Ausgangslage ein und sagen, was in Ihrem Fall zuerst zu klären ist. Unverbindlich, Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags.
FAQ
Bildhinweis: Die Bilder auf dieser Seite wurden mit künstlicher Intelligenz erzeugt. Sie zeigen keine realen Personen, Orte oder Ereignisse.
Life Science Journal
Neue Anforderungen, Behördenentscheidungen und Praxishinweise. Einmal monatlich, jederzeit abbestellbar.
Referenzprojekte
Aktuelle Insights
Alle Insights →Lieferkettenmanagement →
Der Regelbetrieb der Lieferkette, dessen Krisenfall das Engpassmanagement ist
Supplier Development & Qualification →
Lieferanten und Zweitquellen qualifizieren als Basis der Engpassvermeidung
Good Distribution Practice →
Gute Vertriebspraxis nach 2013/C 343/01 als Rahmen der Arzneimitteldistribution
Risikomanagement →
Risikobasierte Kritikalitätsbewertung als methodische Grundlage
Schildern Sie uns kurz Ihre Ausgangslage. Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung, in der Regel innerhalb eines Werktags.
Lieber direkt? +49 89 4161170-0
info@theentourage.de