Zum Inhalt springen
Entourage

Welcher FDA-Weg passt zu Ihrem Produkt: 510(k), De Novo oder PMA?

Wir begleiten Hersteller von Medical Devices und IVD bei der FDA-Zulassung, von der Wahl zwischen 510(k), De Novo und PMA bis zur Einreichung. Der Weg bestimmt die verlangte Evidenz und wird vor der ersten Studie geklärt, mit Q-Sub und, wo sie passen, Breakthrough und TAP.

Überblick

Welcher FDA-Weg passt zu Ihrem Produkt?

510(k), De Novo, PMA, Breakthrough und TAP · 21 CFR Parts 807, 814, 820, 860 · QMSR harmonisiert mit ISO 13485:2016

Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2026

Für die meisten Produkte läuft der US-Marktzugang über 510(k), De Novo oder PMA. Welcher Weg gilt, folgt aus Klassifizierung, Risiko und der Frage, ob für den Produkttyp ein Predicate, eine Klassifizierungsregel oder eine PMA-Zulassung besteht. Q-Sub-Meetings und FDA-Programme ändern den Maßstab nicht, aber die Zusammenarbeit mit der FDA.

  • Klassifizierung: Device Class und Product Code entscheiden, ob ein Produkt von der 510(k)-Pflicht befreit ist, eine 510(k) braucht oder eine PMA. Ein Produkt, das nicht substanziell äquivalent zu einem Produkt eines klassifizierten Typs ist, liegt nach FD&C Act Sec. 513(f)(1) in Klasse III, bis es per De Novo oder Petition klassifiziert wird.
  • 510(k): der Weg für Produkte, für die keine PMA verlangt ist und die nicht befreit sind, meist Klasse II. Voraussetzung ist ein Predicate mit gleichem Intended Use und vergleichbaren Technological Characteristics, belegt in einer Vergleichsargumentation nach FD&C Act Sec. 513(i). Predicate ist nach 21 CFR 807.92(a)(3), was vor dem 28. Mai 1976 vermarktet, von Klasse III auf II oder I herabgestuft oder per 510(k) als äquivalent befunden wurde; ein PMA-Produkt gehört als solches nicht dazu. Nach FDA-Angabe fällt die Entscheidung in der Regel innerhalb von 90 Tagen.
  • De Novo: für Produkte mit niedrigem bis mittlerem Risiko, für deren Produkttyp es weder ein Predicate noch eine Klassifizierungsregel noch eine PMA-Zulassung gibt (FD&C Act Sec. 513(f)(2), 21 CFR Part 860 Subpart D). Die FDA kann den Antrag ablehnen, wenn sie ein mögliches Predicate findet oder das Risiko höher ist. Mögliches Ergebnis ist eine neue Klasse I oder II; ein so klassifiziertes Produkt dient danach als Predicate.
  • PMA nach 21 CFR Part 814: der Weg für Klasse-III-Produkte, mit eigenständigem Nachweis von Sicherheit und Wirksamkeit. Die Humanitarian Device Exemption (HDE, Subpart H) ist ein eigener Weg für Produkte gegen Erkrankungen mit höchstens 8.000 Betroffenen pro Jahr in den USA, bei Diagnostika höchstens 8.000 untersuchten Patienten; sie setzt eine HUD-Designation voraus und verlangt den Wirksamkeitsnachweis der PMA nicht.
  • Programme: Das Breakthrough Devices Program (FD&C Act Sec. 515B) steht Produkten offen, die lebensbedrohliche oder irreversibel beeinträchtigende Erkrankungen wirksamer behandeln oder diagnostizieren; das Safer Technologies Program (STeP) Produkten mit weniger schwerer Indikation und wesentlicher Sicherheitsverbesserung. Beide gelten für 510(k), De Novo und PMA. Nach Designation oder Aufnahme in STeP kann ein Produkt in das begrenzte TAP-Pilotprogramm.
  • Formale Eintrittshürde: Das eSTAR-Template ist für die 510(k) seit Oktober 2023 und für De Novo seit Oktober 2025 verpflichtend. Das CDRH-Portal nimmt ein unvollständiges eSTAR nicht an, einen Refuse-to-Accept-Check gibt es dafür nicht; stattdessen strebt die FDA binnen 15 Tagen ein Technical Screening an, ob die Angaben zum Produkt stimmen und passende Anlagen vorliegen. Bei einem Mangel ruht die Einreichung bis zu 180 Tage (Hold). Bei De Novo ist die Annahmeprüfung nach 21 CFR 860.230 weitgehend im eSTAR automatisiert.

Leistungen

Wie wir Sie unterstützen

Klassifizierung & Pfadwahl

Bestimmung der Device-Klasse und des Product Codes nach 21 CFR Parts 862 bis 892, Prüfung einer Befreiung von der 510(k)-Pflicht und Vergleich der Wege 510(k), De Novo und PMA gegen Produkt, Evidenzlage und Zeitplan. Ergebnis ist eine begründete Pfadempfehlung, bei 510(k) mit Predicate-Analyse und dokumentierter Vergleichstabelle.

Breakthrough Devices Program, STeP und TAP

Prüfung, ob ein Produkt die Kriterien des Breakthrough Devices Program oder des Safer Technologies Program erfüllt, Aufbau des Designation Requests als Q-Submission und, bei erteilter Designation, die Anfrage zur Aufnahme in TAP. Die Aufnahme setzt voraus, dass nach der Designation noch keine Pre-Submission und keine Sprint Discussion zum Produkt eingereicht wurde.

US-Marktzugang & QMSR

Establishment Registration und Device Listing nach 21 CFR Part 807, Benennung des US Agent nach 21 CFR 807.40 und Gap-Analyse des QM-Systems gegen die QMSR (21 CFR Part 820).

Worauf es ankommt

Die teuerste Entscheidung im US-Marktzugang fällt, bevor eine einzige Studie geplant ist: die Wahl des Wegs. Klassifizierung, Risiko und die Frage, ob für den Produkttyp ein Predicate, eine Klassifizierungsregel oder eine PMA-Zulassung besteht, entscheiden zwischen 510(k), De Novo und PMA. Jeder Weg verlangt andere Nachweise, deshalb steht die Pfadwahl vor Teststrategie und Testbudget.

Dazu kommen Instrumente, die den Maßstab nicht verändern, wohl aber die Zusammenarbeit mit der FDA: Ein Pre-Submission Meeting (Q-Sub) klärt die Evidenzerwartung, bevor Testbudget gebunden wird. Das Breakthrough Devices Program bringt Produkten für lebensbedrohliche oder irreversibel beeinträchtigende Erkrankungen vorrangige Prüfung, und TAP begleitet einen begrenzten Kreis dieser Produkte mit FDA-Beratern.

Beim 510(k)-Verfahren bestimmt die Wahl des Predicate Device alles Nachgelagerte: die Formulierung des Intended Use, die Auswahl der Performance-Tests und die Struktur der Substantial-Equivalence-Demonstration nach FD&C Act Sec. 513(i). Davor steht eine formale Hürde: Das verpflichtende eSTAR-Template wird vom Portal nur vollständig angenommen, und das Technical Screening der FDA hält Einreichungen mit unstimmigen Angaben oder fehlenden Anlagen an, bevor ein Reviewer den Inhalt liest.

Für europäische Hersteller kommt ein zweiter Hebel dazu: Die Technische Dokumentation nach EU 2017/745 liefert einen großen Teil der Rohdaten für das eSTAR-Dossier, aber erst das Mapping auf die FDA-Vergleichslogik macht daraus eine Submission, die den 90-Tage-Review ohne Additional-Information-Schleife übersteht.

Unser Vorgehen

Unser Vorgehen

01

Klassifizierung & Pfadwahl

Begründete Einordnung von Device-Klasse und Product Code, in Zweifelsfällen mit einer 513(g)-Auskunft der FDA abgesichert, dokumentierte Entscheidung für 510(k), De Novo oder PMA und geprüfte Eignung für Breakthrough Devices Program oder STeP.

02

Predicate-Analyse

Ausgewähltes Predicate Device mit Vergleichstabelle zu Intended Use und Technological Characteristics.

03

Pre-Submission (Q-Sub)

Dokumentiertes FDA-Feedback zu Teststrategie und offenen Fragen, bevor Testkosten entstehen.

04

Evidenz & Testing

Performance- und Biokompatibilitätsdaten nach FDA-anerkannten Consensus Standards, lückenlos im Dossier referenziert.

05

eSTAR-Einreichung

Vollständiges eSTAR-Dossier, bestandenes Technical Screening, Verfahren in der substanziellen Prüfung.

06

Review & Clearance

Beantwortete Additional-Information-Requests, FDA-Entscheidung (Clearance der 510(k), Grant Order bei De Novo oder Approval der PMA), anschließend Registration und Listing nach 21 CFR Part 807.

Typische Stolperfallen

Woran Projekte häufig scheitern

Der Weg wird nach Gewohnheit gewählt statt nach Produkt.

Wer ohne tragfähiges Predicate eine 510(k) einreicht, endet in einer NSE-Entscheidung, nach der De Novo als Anschlussweg offensteht (21 CFR 860.200(b)(1)); wer De Novo beantragt, obwohl für den Produkttyp ein Predicate, eine Klassifizierungsregel oder eine PMA-Zulassung besteht, riskiert Hold oder Ablehnung (FD&C Act Sec. 513(f)(2)(A)(iv) für das Predicate, 21 CFR 860.260(c)(5) und (6) für PMA-Zulassung und Klassifizierungsregel). Beides ist vor der ersten Studie klärbar.

Das Predicate Device wird nach technischer Ähnlichkeit statt nach dem Intended Use gewählt.

Weicht die Zweckbestimmung ab, endet das Verfahren in einer NSE-Entscheidung (Not Substantially Equivalent), und die gesamte Teststrategie war auf den falschen Anker ausgerichtet.

Das Technical Screening wird als Formalie unterschätzt.

Das Portal nimmt nur ein vollständiges eSTAR an, die FDA prüft zusätzlich, ob die Angaben stimmen (etwa Auswahlfelder, die Folgefragen ausblenden) und ob zu jeder Frage eine passende Anlage vorliegt. Wer hier scheitert, bleibt im Hold, bis ein Ersatz-eSTAR vorliegt, höchstens 180 Tage, bevor ein Reviewer den Inhalt liest.

Bei Grenzfällen wird ohne Pre-Submission eingereicht.

Gerade bei neuartiger Technologie oder erweitertem Intended Use klärt erst das Q-Sub-Meeting, welche Evidenz die FDA erwartet. Ohne diese Klärung folgt häufig ein Additional-Information-Request, der das Verfahren vom 90-Tage-Ziel auf 6 bis 12 Monate streckt.

Die Programme werden zu spät geprüft.

Ein Designation Request ist jederzeit vor der Einreichung möglich (FD&C Act Sec. 515B(c)), aber nach den Aufnahmekriterien der FDA kommt TAP nur infrage, wenn nach der Designation noch keine Pre-Submission, auch keine Sprint Discussion, zum Produkt eingereicht wurde und das Produkt früh in der Entwicklung steht, etwa vor Beginn der Pivotalstudie. Wer nach der Designation zuerst eine Pre-Sub stellt, schließt TAP aus.

Die EU-Dokumentation wird unverändert übernommen.

Die klinische Bewertung nach MDR-Logik (EU 2017/745) ersetzt nicht die Substantial-Equivalence-Argumentation nach FD&C Act Sec. 513(i). Die FDA erwartet den direkten Vergleich gegen das Predicate, keine eigenständige Nutzen-Risiko-Bewertung im europäischen Format.

Die QMSR-Umstellung wird ausgeblendet.

21 CFR Part 820 gilt inzwischen in der an ISO 13485:2016 angelehnten QMSR-Fassung. Wer Inspektionsbereitschaft und die Erreichbarkeit des US Agent erst nach der Clearance organisiert, riskiert Beanstandungen bei der ersten FDA-Inspektion.

Regulatory Affairs

Betrifft Sie eine dieser Stolperfallen?

Im Erstgespräch ordnen wir Ihre Ausgangslage ein und sagen, was in Ihrem Fall zuerst zu klären ist. Unverbindlich, Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags.

FAQ

Häufige Fragen

Vier Fragen entscheiden. Ist der Produkttyp PMA-pflichtig, also ein Klasse-III-Typ, für den die FDA eine Premarket Approval verlangt? Dann ist die PMA der Weg. Wenn nicht: Ist das Produkt von der 510(k)-Pflicht befreit, und gibt es ein Predicate im Sinn von 21 CFR 807.92(a)(3)? Mit Predicate führt der Weg über die 510(k), ohne Predicate und bei niedrigem bis mittlerem Risiko über De Novo, das auch nach einer NSE-Entscheidung offensteht. Grenzfälle klärt ein Pre-Submission Meeting.

Quellen
  • Federal Food, Drug, and Cosmetic Act, Sec. 513 (Klassifizierung, Substantial Equivalence, De Novo) und Sec. 515B (Breakthrough Devices, 21 U.S.C. 360e-3)
  • 21 CFR Part 807 (Establishment Registration, Device Listing, 510(k) Premarket Notification, US Agent)
  • 21 CFR Part 814 (Premarket Approval, Subpart H Humanitarian Device Exemption), Part 820 (QMSR), Part 860 (Classification Procedures, Subpart D De Novo)
  • FDA Guidance: Electronic Submission Template for Medical Device 510(k) Submissions (02.10.2023) und De Novo Requests (23.08.2024); Requests for Feedback and Meetings for Medical Device Submissions: The Q-Submission Program (29.05.2025)
  • FDA Guidance: Breakthrough Devices Program (15.09.2023); Safer Technologies Program for Medical Devices
  • FDA: Total Product Life Cycle Advisory Program (TAP), Seiten Enrollment & Expansion (Stand 01.07.2026) und Übersicht (Stand 07.10.2026); Federal Register 87 FR 61605 (12.10.2022)
  • FDA: eSTAR Program (Pflicht für 510(k) und De Novo)

Bildhinweis: Die Bilder auf dieser Seite wurden mit künstlicher Intelligenz erzeugt. Sie zeigen keine realen Personen, Orte oder Ereignisse.

Passende Insights

Alle Insights →

Berücksichtigte Verordnungen & Normen

  • FD&C Act Sec. 513(f)(1) (Klasse III für neue Produkte, bis sie klassifiziert sind)
  • FD&C Act Sec. 513(i) (Substantial Equivalence)
  • FD&C Act Sec. 513(f)(2) (De Novo Classification)
  • FD&C Act Sec. 515B (Breakthrough Devices)
  • 21 CFR Part 807 Subpart E (510(k) Premarket Notification)
  • 21 CFR 807.40 (US Agent für ausländische Hersteller)
  • 21 CFR Part 814 (Premarket Approval, PMA)
  • 21 CFR Part 814 Subpart H (Humanitarian Device Exemption, HDE)
  • 21 CFR Part 860 (Medical Device Classification Procedures)
  • 21 CFR Part 860 Subpart D (De Novo Classification)
  • 21 CFR Part 820 (Quality Management System Regulation, QMSR)
  • 21 CFR Parts 862–892 (Klassifizierungsregularien nach Produktbereich)
  • FDA-Leitlinie: Breakthrough Devices Program (15.09.2023)
  • FDA-Leitlinie: Requests for Feedback and Meetings for Medical Device Submissions: The Q-Submission Program (29.05.2025)
  • ISO 13485:2016 (QM-System)
  • EU 2017/745 (MDR)

Dazu ein konkretes Vorhaben?

Schildern Sie uns kurz Ihre Ausgangslage. Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung, in der Regel innerhalb eines Werktags.

Lieber direkt? +49 89 4161170-0
info@theentourage.de

  • Antwort i.d.R. innerhalb eines Werktags
  • 4 Standorte: DE · CH · IT · US
  • 100% Life Sciences