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Wie weisen Medizinproduktehersteller den aktuellen Stand der Technik für ihre Produkte nach MDR quellenbasiert nach?

Wir führen quellenbasierte State-of-the-Art Assessments für Medizinprodukte durch: als Grundlage für die klinische Bewertung nach MDR (EU) 2017/745 Anhang XIV, die Risikoakzeptanz nach ISO 14971 und die Technische Dokumentation. Das eigentliche Risiko ist nicht das Fehlen einer Recherche, sondern eine Recherche, die nicht reproduzierbar dokumentiert ist: Die Benannte Stelle beanstandet weniger die Schlussfolgerung als die fehlende Nachvollziehbarkeit, wie sie zustande kam.

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Überblick

Warum ist der Stand der Technik für MDR-Hersteller kritisch?

Quellenbasierte Assessments für klinische Bewertung und Risikomanagement · MDR (EU) 2017/745, ISO 14971, MEDDEV 2.7/1 Rev. 4

Zuletzt aktualisiert: 2026-06-13

Die MDR (EU) 2017/745 fordert in Anhang I, dass Medizinprodukte den allgemein anerkannten Stand der Technik berücksichtigen. Der Stand der Technik ist damit kein Hintergrundkapitel, sondern der Maßstab, an dem Sicherheit und Leistung gemessen werden. Drei Stellen, an denen er direkt einfließt:

  • Die klinische Bewertung nach Anhang XIV stützt sich auf den Stand der Technik als Referenz: Ohne aktuelle Evidenz dazu, was vergleichbare Produkte und etablierte Verfahren leisten, fehlt der Maßstab für die Bewertung; eine klinische Bewertung ohne diesen Bezug ist nicht MDR-konform.
  • Die Risikoakzeptanz nach ISO 14971 verlangt, Restrisiken gegen den Stand der Technik abzuwägen. Was als akzeptabel gilt, verschiebt sich mit dem technischen und klinischen Kenntnisstand; eine veraltete Bewertung hält der Risikobeurteilung nicht stand.
  • Die Recherche muss systematisch und reproduzierbar sein, nicht anekdotisch. Eine fehlende oder veraltete State-of-the-Art-Dokumentation ist ein wiederkehrendes Finding bei Benannten Stellen, weil sich die Quellenauswahl nicht nachvollziehen lässt.
  • Der Stand der Technik ist ein bewegliches Ziel: Neue harmonisierte Normen, MDCG-Leitlinien und klinische Evidenz verändern ihn laufend, weshalb die Bewertung im Rahmen der Post-Market Surveillance aktuell gehalten werden muss.

Leistungen

Wie wir Sie unterstützen

Literatur- & Normenrecherche

Systematische, reproduzierbar dokumentierte Recherche nach dem aktuellen Stand der Technik: harmonisierte Normen (ISO, IEC, EN), Leitlinien (MDCG, EMA, FDA), wissenschaftliche Literatur und Datenbankauswertungen. Deliverable ist ein nachvollziehbares Suchprotokoll mit Suchstrategie, Ein- und Ausschlusskriterien und vollständiger Quellenliste.

State-of-the-Art-Bericht

Strukturierter State-of-the-Art-Bericht mit Referenzliste, Bewertung der Quellengüte und nachvollziehbarer Argumentation. Direkt verwendbar als Baustein der Technischen Dokumentation und der klinischen Bewertung.

Integration in klinische Bewertung & Risikomanagement

Einbindung der Ergebnisse in den Clinical Evaluation Report nach MDR Anhang XIV und in die Risikoakzeptanzentscheidungen nach ISO 14971, mit dokumentierter Verknüpfung zwischen Stand-der-Technik-Aussage und konkreter Risiko- bzw. Evidenzbewertung.

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Periodische Aktualisierung im PMS-Zyklus

Anlass- und turnusbasierte Aktualisierung des State-of-the-Art-Status im Rahmen der Post-Market Surveillance: neue Normen, MDCG-Guidance und wissenschaftliche Evidenz werden bewertet und der Bericht versioniert fortgeschrieben, damit die Technische Dokumentation aktuell bleibt.

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Worauf es ankommt

Der Stand der Technik ist unter der MDR (EU) 2017/745 kein eigenständiges Pflichtdokument, sondern ein Bezugspunkt, der an mehreren Stellen gleichzeitig gebraucht wird: Die klinische Bewertung nach Anhang XIV misst die Leistung des Produkts daran, die Risikoakzeptanz nach ISO 14971 wägt Restrisiken dagegen ab, und die Technische Dokumentation belegt damit die Grundlegenden Sicherheits- und Leistungsanforderungen aus Anhang I. Daraus folgt eine Reihenfolge: Erst steht der reproduzierbar recherchierte Stand der Technik, dann lassen sich klinische Bewertung und Risikoakzeptanz darauf aufsetzen. Wer die Reihenfolge umdreht und den Stand der Technik nachträglich zur fertigen Bewertung sucht, erzeugt eine Argumentation, die im Audit auseinanderfällt, sobald die Quellenauswahl hinterfragt wird.

Der eigentliche Dreh- und Angelpunkt ist deshalb selten die Schlussfolgerung, sondern die Nachvollziehbarkeit. Eine Suchstrategie mit dokumentierten Datenbanken, Suchbegriffen und Ein- und Ausschlusskriterien macht aus einer Sammlung bekannter Publikationen eine prüfbare Recherche, und genau diese Prüfbarkeit verlangt die Benannte Stelle. Weil neue Normen, MDCG-Leitlinien und klinische Evidenz den Stand der Technik laufend verschieben, gehört die Aktualisierung in den PMS-Zyklus: Ein einmal geschriebener Bericht ohne Versionierung veraltet und zieht die klinische Bewertung mit ins Finding. Wir setzen zuerst die Suchstrategie auf, dann den Bericht, und verankern beides so, dass jede spätere Aktualisierung auf demselben dokumentierten Weg fortgeschrieben werden kann.

Unser Vorgehen

Unser Vorgehen

01

Scope & Fragestellung

Festgelegter Bewertungsumfang je Produkt: Indikation, Vergleichsverfahren und die Fragen, die der Stand-der-Technik-Bericht beantworten muss.

02

Suchstrategie definieren

Dokumentierte Suchstrategie mit Datenbanken, Suchbegriffen sowie Ein- und Ausschlusskriterien als Basis für die Reproduzierbarkeit.

03

Recherche & Quellenbewertung

Gesichtete Normen, Leitlinien und Literatur mit bewerteter Quellengüte und protokollierter Trefferauswahl.

04

State-of-the-Art-Bericht

Strukturierter Bericht mit Referenzliste und nachvollziehbarer Argumentation, verwendbar in Technischer Dokumentation und klinischer Bewertung.

05

Integration

Verknüpfung des Berichts mit klinischer Bewertung nach Anhang XIV und Risikoakzeptanz nach ISO 14971.

06

Aktualisierung im PMS-Zyklus

Versionierte Fortschreibung des Berichts bei neuer Evidenz, neuen Normen oder MDCG-Leitlinien.

Typische Stolperfallen

Woran Projekte häufig scheitern

Die Recherche ist nicht reproduzierbar.

Ohne dokumentierte Suchstrategie, Datenbankangabe und Ein-/Ausschlusskriterien lässt sich nicht nachvollziehen, wie die Quellen ausgewählt wurden; die Benannte Stelle beanstandet dann nicht die Schlussfolgerung, sondern den fehlenden Weg dorthin.

Der Stand der Technik wird einmal geschrieben und nicht aktualisiert.

Neue harmonisierte Normen, MDCG-Leitlinien oder klinische Evidenz verschieben den Maßstab; ein Bericht ohne Anbindung an den PMS-Zyklus veraltet und zieht die klinische Bewertung mit ins Finding.

Der Stand der Technik bleibt von der Risikoakzeptanz getrennt.

ISO 14971 verlangt, Restrisiken gegen den Stand der Technik abzuwägen; fehlt die dokumentierte Verknüpfung zwischen Stand-der-Technik-Aussage und Risikoentscheidung, hängt die Akzeptanzbegründung in der Luft.

Anekdotische Quellen ersetzen die systematische Recherche.

Einzelne bekannte Publikationen oder Erfahrungswissen sind keine systematische Erfassung des Stands der Technik im Sinne von Anhang I und MEDDEV 2.7/1 Rev. 4; die Lücke fällt spätestens im Audit auf.

Die Quellengüte wird nicht bewertet.

Eine Referenzliste allein genügt nicht: Ohne Einordnung von Evidenzlevel und Relevanz jeder Quelle bleibt offen, welches Gewicht eine Aussage für die Bewertung trägt.

FAQ

Häufige Fragen

Der Stand der Technik (State of the Art) ist das Niveau der technischen Möglichkeiten und des Kenntnisstandes zu einem bestimmten Zeitpunkt, das auf Basis gesicherter wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse für ein Produkt als angemessen gilt. Die MDR (EU) 2017/745 fordert in Anhang I, dass Produkte diesen Stand berücksichtigen; er ist damit der Maßstab für Sicherheit und Leistung.

Quellen
  • Verordnung (EU) 2017/745 (MDR): Primärtext, Anhang I, Anhang XIV
  • ISO 14971: Anwendung des Risikomanagements auf Medizinprodukte
  • MEDDEV 2.7/1 Rev. 4: Leitlinie zur klinischen Bewertung
  • https://theentourage.de/expertise/state-of-the-art-assessments/ (bestehender Seiteninhalt, überarbeitet)

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Berücksichtigte Verordnungen & Normen

  • Verordnung (EU) 2017/745 (MDR)
  • MDR Anhang I (Grundlegende Sicherheits- und Leistungsanforderungen, GSPR)
  • MDR Anhang XIV (Klinische Bewertung & PMCF)
  • ISO 14971 (Anwendung des Risikomanagements auf Medizinprodukte)
  • MEDDEV 2.7/1 Rev. 4 (Leitlinie zur klinischen Bewertung)
  • MDCG-Leitlinien (Medical Device Coordination Group)

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