Pharma
- Was gilt
- EU-GMP Teil I Kapitel 5 regelt die Beschaffung von Ausgangsstoffen, Kapitel 7 die ausgelagerten Tätigkeiten; Grundsätze: Richtlinie (EU) 2017/1572.
Unsere Beschaffungsberatung verankert regulatorische Anforderungen in den Beschaffungsprozessen: risikobasierte Lieferantenauswahl, Quality Agreements und auditierbares Ausschreibungs- und Vertragsmanagement. Zum Auditbefund führt am häufigsten ein Lieferantenwechsel ohne sauberen Change-Control-Pfad: Dort trifft eine kostengetriebene Entscheidung auf eine nicht aktualisierte Qualitätsvereinbarung.
Überblick
Beschaffung auditierbar gemacht entlang EU-GMP-Leitfaden Teil I Kapitel 5 und 7 sowie ISO 13485:2016
Zuletzt aktualisiert: 18. September 2026
In Life Sciences ist Beschaffung keine rein operative Funktion, sondern eine qualitätsrelevante. Der EU-GMP-Leitfaden (EudraLex Volume 4) verlangt, dass Ausgangsstoffe nur von qualifizierten Lieferanten bezogen und ausgelagerte Tätigkeiten vertraglich geregelt werden.
Branchen
Leistungen
Design auditierbarer Beschaffungsprozesse von der Anforderungsdefinition über Ausschreibung und Lieferantenauswahl bis zum Change Control bei Lieferantenwechsel. Deliverable: ein SOP-Set, das jeden Prozessschritt nach EU-GMP-Leitfaden Teil I, Kapitel 5 und 7 belegt, inklusive Verknüpfung zur Supplier Qualification.
Risikobasierte Kategorisierung des Lieferantenportfolios in kritische, wichtige und Standard-Lieferanten nach dem Ansatz von ICH Q10. Deliverable: eine Lieferantenmatrix, die Audit-Frequenz und Überwachungstiefe je Kategorie begründet und den Audit-Plan ableitet.
Aufbau eines Beschaffungs-Performance-Systems mit On-Time-Delivery, Qualitätskennzahlen, Lieferantenbewertungen und Compliance-Status. Deliverable: ein Kennzahlen-Set als Grundlage für datengestützte Beschaffungsentscheidungen und die periodische Lieferantenbewertung.
Wie wir zusammenarbeiten
In der regulierten Beschaffung liegt der Hebel vor der Bestellung, nicht in der Verhandlung. Eine Beschaffungsentscheidung wird oft am Preis getroffen, doch GMP-relevant wird sie erst über den Lieferanten und die ausgelagerte Tätigkeit dahinter. Der saubere Pfad läuft umgekehrt zum gewohnten Einkauf: zuerst die Risikokategorisierung des Lieferanten, die nach ICH Q10 Audit-Frequenz und Überwachungstiefe bestimmt.
Dann das Quality Agreement nach EU-GMP-Leitfaden (EudraLex Volume 4), Teil I, Kapitel 7, das die GMP-Verantwortlichkeiten eindeutig zuordnet. Und erst dann der kommerzielle Vertrag. Umgekehrt werden Konditionen verhandelt, bevor feststeht, welche Qualitätsverpflichtungen der Lieferant überhaupt tragen kann.
Der teuerste Engpass entsteht beim Lieferantenwechsel. Ein qualifizierter Lieferant wird ausgetauscht, das Change-Management nach Teil I, Kapitel 5 läuft aber nicht mit, und das Quality Agreement bleibt auf dem alten Stand. Wir koppeln den Beschaffungsprozess an Change Control und Supplier Qualification, damit ein Wechsel über den dokumentierten Pfad läuft und nicht erst im Audit auffällt.
Eine fehlende Unterschrift oder ein offener Punkt im Audit-Programm ist bis dahin billig zu korrigieren; im behördlichen Audit wird dieselbe Lücke zum Finding.
Unser Vorgehen
Schritt
Ergebnis
Ist-Aufnahme der Beschaffungsprozesse
Befundliste: wo der Beschaffungsprozess gegen EU-GMP-Leitfaden Teil I, Kapitel 5 und 7 sowie ISO 13485:2016 abweicht und welche Findings kritisch sind.
Lieferantenrisiko-Kategorisierung
Lieferantenmatrix mit kritischen, wichtigen und Standard-Lieferanten und daraus abgeleiteter Audit-Frequenz und Überwachungstiefe.
Quality Agreements
Unterschriftsreife Qualitätsvereinbarungen für die kritischen Lieferanten mit eindeutig zugeordneten GMP-Verantwortlichkeiten nach Kapitel 7.
Prozesse & SOPs
Verabschiedetes SOP-Set, das Ausschreibung, Lieferantenauswahl und Change Control bei Lieferantenwechsel auditierbar abbildet.
KPI-System & Audit-Programm
Laufendes Beschaffungs-KPI-System und ein dokumentiertes, risikobasiertes Lieferantenaudit-Programm mit Audit-Plan.
Typische Stolperfallen
Der Lieferantenwechsel wird als reine Einkaufsentscheidung behandelt.
Ohne Change-Control-Prozess nach EU-GMP-Leitfaden Teil I, Kapitel 5 bleibt die Qualifizierung des neuen Lieferanten offen und das Quality Agreement veraltet, ein Standard-Befund im GMP-Audit.
Das Quality Agreement bleibt eine Vorlage ohne konkrete Zuordnung.
Kapitel 7 des EU-GMP-Leitfadens verlangt, dass die GMP-Verantwortlichkeiten von Auftraggeber und Auftragnehmer eindeutig festgelegt sind; pauschale Klauseln ohne klare Zuständigkeit führen zu Beanstandungen und Verantwortungslücken im Reklamationsfall.
Beschaffungsentscheidungen werden allein über den Preis getroffen.
Fehlt die Risikobewertung der Supply-Compliance, geraten kritische Materialien zu Lieferanten ohne ausreichende GMP-Reife. Der Engpass zeigt sich erst, wenn eine Charge zurückgehalten werden muss.
Das Audit-Programm ist nicht risikobasiert.
Werden alle Lieferanten nach gleicher Frequenz oder nur per Fragebogen geprüft, widerspricht das der Erwartung von FDA und EMA an ein dokumentiertes, risikobasiertes Programm; kritische Lieferanten wie API-Hersteller und CDMOs werden dann zu selten vor Ort auditiert.
Quality Agreement und Liefervertrag widersprechen sich.
Wenn kommerzieller Rahmenvertrag und Qualitätsvereinbarung getrennt gepflegt werden, entstehen Konflikte bei Änderungsbenachrichtigung und Audit-Rechten. Im Audit zählt, was die Qualitätsvereinbarung regelt, nicht die Einkaufskondition.
Supply Chain & Technical Operations
Im Erstgespräch ordnen wir Ihre Ausgangslage ein und sagen, was in Ihrem Fall zuerst zu klären ist. Unverbindlich, Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags.
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